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Stand: 20.01.2017

Pressemitteilung

Vezeehlbudsche – neues Angebot des Caritas-Altenzentrums St. Hedwig und der Pfarrgemeinde Heilig Kreuz in Kaiserslautern

Ein gemeinsames innovatives Projekt des Caritas Altenzentrums St. Hedwig (CAZ) und der Pfarrgemeinde Heilig Kreuz, das den Menschen im Quartier als Ort der Kommunikation offen steht.

Vezeehlbudsche – neues Angebot des Caritas Altenzentrums St. Hedwig (CAZ) und der Pfarrgemeinde Heilig Kreuz in Kaiserslautern

Es ist nicht zu übersehen. In Rot und Weiß leuchtet es  schon von weitem. Mit Figuren von der Kaiserslauterer  Künstlerin Ute Speyerer-Gauda bemalt, ist es  eine farbenfrohe Einladung, dem umfunktionierten nagelneuen Gartenhaus einen Besuch abzustatten. In seinem Inneren geht es behaglich zu. Holz gibt den Ton, ein Korbsofa mit zwei passenden Sesseln schafft gemütliche Atmosphäre. "Auf weitere Einrichtung und Dekoration verzichten wir bewusst, um den Gesprächen, die hier stattfinden, Raum zu geben. Denn die sollen im Mittelpunkt stehen, wie der Name Vezeehlbudsche ja schon sagt", erklärt die Leiterin des Altenzentrums St. Hedwig, Jutta Asal-von Wuthenau. 

Vezeehlbudsche – neues Angebot des Caritas Altenzentrums St. Hedwig (CAZ) und der Pfarrgemeinde Heilig Kreuz in KaiserslauternJutta Asal-von Wuthenau

Mit ihm wurde in Kooperation mit der Pfarrgemeinde Heilig Kreuz eine Idee umgesetzt, die  während der Corona Pandemie entstanden ist. "Die Lockdowns und die strengen Kontaktbeschränkungen haben vor allem Alleinlebende getroffen. Viele sind vereinsamt, weil es kaum Gelegenheiten gab, sich auszutauschen", sagt Monika Riesinger vom Gemeindeausschuss Hl. Kreuz. "In dieser Zeit haben auch wir gemerkt, wie hoch der Erzählbedarf ist", bestätigt Asal-von Wuthenau. Dem will das Verzeehlbudsche entgegenkommen, das in direkter Nachbarschaft der Kirche Hl. Kreuz und des Caritas-Altenzentrums St. Hedwig einen gut einsehbaren Platz gefunden hat, als niedrigschwellige Möglichkeit der Kommunikation. "Vorerst soll es dreimal in der Woche seine Türen öffnen: montags, mittwochs und freitags jeweils von 15 bis 17 Uhr. Für ein Gespräch unter vier Augen." 

Neun Frauen haben sich als Gesprächspartnerin, deren vorderste Aufgabe das Zuhören ist,  zur Verfügung gestellt und wurden dafür eigens geschult. An fünf Vormittagen hat sie Kerstin Fleischer, Referentin für Hospiz- und Trauerseelsorge im Bistum Speyer, auf die neue ehrenamtliche Aufgabe vorbereitet: in Gesprächsführung, aktivem Zuhören, dem Umgang mit schwierigen Situationen und schweren Themen. 

Vezeehlbudsche – neues Angebot des Caritas Altenzentrums St. Hedwig (CAZ) und der Pfarrgemeinde Heilig Kreuz in Kaiserslauternvon links: Monika Riesinger, Jutta Asal-von Wuthenau, Irene Bauer, Sabine Geibel, Magdalena Walter, Susanne Distler und Vera Roiger

Eine der Ehrenamtlichen ist Irene Bauer, die sich schon seit fünf Jahren im Café von St. Hedwig einbringt. "Es ist eine sehr sinnvolle Aufgabe, das hat mich gereizt. Während der Schulungen habe ich ganz neue Fähigkeiten an mir entdeckt. Ich kann jetzt noch mehr aus mir herausgehen und freier reden. Ich denke, damit bin ich ganz gut für die Gespräche gerüstet", sagt die 66-Jährige. 
"Allerdings sind wir keine Beratungsstelle. Wir  hören uns Probleme an, geben aber keine Lösungen vor. Bei Bedarf verweisen wir an Hilfsstellen. Entsprechende Broschüren liegen aus", sagt Jutta Asal-von Wuthenau, die wie Monika Riesinger ebenfalls als Zuhörerin fungiert, und verweist auf weitere Regeln des Vezeehlbudschens. "Alle Ehrenamtlichen sind zur Verschwiegenheit verpflichtet und sie werten nicht. Die Gespräche sollen nicht länger als 30 Minuten dauern, eine Uhr sorgt dafür, die Zeit nicht aus den Augen zu verlieren. Und man kann sich nicht mit jemandem zu einem weiteren Treffen verabreden."

Bevor die rot-weiße Kommunikationsstätte am 2. Mai an den Start geht, wurde sie am Freitag zuvor offiziell eingeweiht. Viele Gäste waren der Einweihung gefolgt, darunter VertreterInnen aus Politik, Kirche und verschiedenen Gremien. Auch Kerstin Fleischer war aus Speyer gekommen und erbat mit Diakon Werner Gehrlein, der das Vezeehlbudsche segnete, den Segen für diesen neuen Ort und die Menschen, die ihn künftig mit Leben erfüllen. "Um das Angebot publik zu machen, werden wir kräftig die Werbetrommel rühren und Flyer verteilen", sagt Monika Riesinger und hofft wie Jutta Asal-von Wuthenau, dass das "gemeinsame Kind" gut angenommen wird. "Dann werden wir die Öffnungszeiten erweitern und eventuell den Sonntag nach dem Gottesdienst dazu nehmen."

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