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Stand: 20.01.2017

Pressemitteilung

„Was passiert mit mir, wenn ich gestorben bin?“

Ronald de Schutter Bestattungsunternehmer

Der Tod wirft viele Fragen auf. Ein Grab auf dem Friedhof, im Ruheforst oder zur See?  Wie soll das Begräbnis aussehen und wer soll es ausrichten? Damit der Wunsch des Verstorbenen erfüllt werden kann, und der Weg zur letzten Ruhestätte nicht steinig verläuft, gilt es, zeitlebens Vorkehrungen zu treffen. Worauf zu achten ist, erklärte der Bestattungsunternehmer Ronald de Schutter am 19. Oktober im Caritas-Altenzentrum St. Hedwig Kaiserslautern.

„In den vergangenen 30 Jahren hat sich auf diesem Gebiet viel geändert. Damals waren für die Bestattung vier Faktoren entscheidend: Ist der Verstorbene evangelisch oder katholisch? Soll es eine Erd- oder eine Feuerbestattung sein. Inzwischen haben die Kommunen und Friedhöfe ihr Angebot sehr erweitert, es gibt wesentlich mehr Möglichkeiten, vom anonymen Grab bis zum Wiesen-, Mauer- oder Rasengrab“, zeigte Ronald de Schutter auf.

Umso wichtiger sei es, sich schon vorab Gedanken zu machen, aber auch Informationen einzuholen, um unliebsame Überraschungen zu vermeiden.  „Denn jedes Bundesland hat ein eigenes Bestattungsrecht und jeder Friedhof seine Regeln. In Rheinland-Pfalz gilt die Bestimmung, dass der Verstorbene dort bestattet wird, wo er zuletzt gemeldet war. Wechselt jemand seinen Wohnsitz, weil er vom Land in die Stadt umzieht oder  in ein Seniorenheim übersiedelt, verwirkt er das Recht, auf seinem Heimatfriedhof beerdigt zu werden. Es sei denn, er verfügt dort bereits über ein Grab.“ Im Gegensatz zu Friedhöfen seien Friedwälder, Ruheforste und Naturbegräbnisstätten in überregionaler Trägerschaft und stünden jedem offen, damit sie sich finanzieren.

Machten Feuerbestattungen in den 1980ern gerade mal 15 Prozent aus, bringen sie es heute auf 80 Prozent, so de Schutter. Neben der religiösen Ausrichtung seien zunehmend praktische Gründe entscheidend. Nicht zuletzt auch aufgrund des demografischen Wandels. „Heute sind die Menschen, die ihre Eltern beerdigen, meist selbst schon im fortgeschrittenen Alter, da soll die Grabpflege nicht zu aufwendig sein. Viele können sich auch nicht regelmäßig kümmern, weil sie zu weit weg wohnen.“  Dazu komme, dass ein Urnengrab günstiger ist. Denn auch der finanzielle Aspekt spielt eine große Rolle.

„Viele wissen gar nicht, dass der Verstorbene eine Sterbegeldversicherung hat. Andere haben nicht mitbekommen, dass es von der Krankenkasse schon seit vielen Jahren keinen Zuschuss mehr gibt. All das sind Dinge, um die man sich zeitlebens kümmern sollte, denn eine Beerdigung kostet Geld.“  Ratsam sei es, speziell für diesen Fall etwas Geld zur Seite zu legen. Etwa auf einem Sparkonto mit Sperrvermerk, darauf habe selbst das Sozialamt im Fall der Bedürftigkeit keinen Zugriff. Es bestehe auch die Möglichkeit mit einem Bestatter einen Bestattungsvorsorgevertrag abzuschließen, in dem alle Wünsche bis hin zur Grabpflege festgehalten werden können.

In der Höhe des erstellten Kostenvorschlags lasse sich das Geld dann bei  der Deutschen Bestattungsvorsorge Treuhand AG anlegen. Die schüttet es im Todesfall an den Bestatter aus. „Ansonsten sind die Familienangehörigen beziehungsweise Erben oder auch der Betreuer für die Beerdigung zuständig. Steht jemand ganz alleine, übernimmt das Ordnungsamt die Bestattung. Die erfolgt dann als Erdbestattung in einem Gemeinschaftsgrab und ohne Trauerfeier.“ In diesem Zusammenhang wies de Schutter daraufhin, dass  nur Familienangehörige über eine Feuerbestattung entscheiden können. Die darf erst nach 48 Stunden erfolgen, muss aber innerhalb einer Woche stattfinden, wobei die Einäscherung als Bestattung gilt.

Der Zeitpunkt der Beerdigung ist frei wählbar. Damit es zu keiner Verzögerung kommt, sei es wichtig, dass neben der Sterbeurkunde alle nötigen Papiere vorliegen, von der Geburtsurkunde und dem Familienstammbuch bis hin zur Meldebestätigung und gegebenenfalls der Scheidungsurkunde. „Halten Sie die Dokumente griffbereit und legen Sie am besten ein Schreiben bei, auf dem Sie ihre Wünsche für den Fall Ihres Todes festhalten. Ihre Angehörigen werden es Ihnen danken“, schloss Ronald de Schutter seinen Vortrag.

Herausgegeben vom Caritasverband für die Diözese Speyer
Text und Foto: Friederike Jung

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