URL: www.st-hedwig-cbs-speyer.de/aktuelles/pressemitteilung/presse/viele-fragen-und-kein-patentrezept-c8eb99f1-e2af-493d-af73-b4d62547d3ee
Stand: 20.01.2017

Pressemitteilung

Viele Fragen und kein Patentrezept

Abschlussveranstaltung

Mit einem Gesprächsabend ging die fünfteilige Vortragsreihe „Abschied gestalten, begleiten, leben“ im Caritas-Zentrum St. Hedwig am 9. November zu Ende. Die Besucher nutzten die Gelegenheit, um sich über die Informationen untereinander und mit Experten auszutauschen.

„Vier Abende sind wir miteinander gegangen, haben viel erfahren und gelernt. Heute wollen wir uns gemeinsam über offene Fragen Gedanken machen. Doch zuvor werden einige der Referenten ihre Themen noch einmal kurz zusammenzufassen und auf die möglichen Angebote eingehen“, eröffnete Jutta Asal-von Wuthenau die Veranstaltung und machte selbst den Anfang.

„Wir sind nicht nur für unsere Bewohner da, sondern haben auch ein offenes Ohr für die Angehörigen. Auch wenn es nicht um die Aufnahme in unser Haus geht. Dann helfen wir weiter, indem wir an entsprechende Stellen weiter verweisen, wie etwa an die Pflegestützpunkte, die Gemeindeschwester plus oder an die Beratungsstellen des Caritas-Zentrums, wenn es um psychosoziale oder  finanzielle Fragen geht.“

Die Bewohner von St. Hedwig seien auch nach dem Tod nicht vergessen. Jährlich im November finde im Haus ein Gottesdienst zum Gedenken an die Verstorbenen statt. Ein gemeinsames Erinnern, das den Angehörigen Trost in ihrer Trauer spende, so Asal-von Wuthenau.

Im Anschluss wies Salvatore Heber vom Sozialdienst katholischer Frauen und Männer (SKFM) noch einmal auf die Bedeutung der rechtzeitigen Vorsorge in Form einer Vorsorgevollmacht, Betreuungs- und Patientenverfügung hin. „Nur wer Vorkehrungen für den Fall einer schweren Krankheit oder des Todes getroffen hat, kann sicher sein, dass seine Wünsche berücksichtigt werden.“

Der SKFM stehe jederzeit für Informationen zur Verfügung. Auf die Rolle der Seelsorge ging Werner Gehrlein, Diakon in der Kaiserslauterer Pfarreiengemeinschaft Heilig Kreuz, ein. „Für ältere Menschen, die nicht mehr mobil sind oder im Heim leben, bricht oft das soziale Umfeld weg. Als Seelsorger kümmern wir uns darum, dass sie auch weiterhin am Leben in der Gemeinde teilnehmen können.“ Mit Einladungen  zum Gottesdienst, Nachmittagen, die von der Frauengemeinschaft gestaltet werden und Angeboten zum persönlichen Gespräch. „Wenn gewünscht, leisten wir auch Beistand während einer schweren Krankheit und beim Sterben.“

Dem hat sich auch Gudrun Brehm vom ambulanten Hospiz- und Palliativberatungsdienst Westrich verschrieben. „Aus dem Lateinischen übersetzt, bedeutet palliativ so viel wie ummanteln und definiert damit den ganzheitlichen Ansatz, den Palliativstationen und Hospize verfolgen.“ Dabei gehe es nicht nur darum, den körperlichen Zustand eines Menschen im Blick zu haben, sondern auch seine geistigen, seelischen und sozialen Bedürfnisse.

Nach Abschluss des theoretischen Teils bot sich den Gästen die Möglichkeit zum Austausch. Moderiert von den Referenten wurden tischweise noch bestehende Fragen gesammelt und im Plenum besprochen. Dabei zeigte sich, dass besonders die Themen Vorsorge, Sterben und Tod mit vielen Unsicherheiten behaftet sind. Wann ist der richtige Zeitpunkt für eine Patientenverfügung? Wie mit einem Menschen umgehen,  der nicht mehr leben will? Woran ist zu erkennen, wenn sich jemand auf den letzten Weg macht?

So unterschiedlich die Fragen waren, so einig waren sich die Referenten in ihrer Antwort. „Es gibt nicht für alles ein Patentrezept. Wie das Leben ist auch das Sterben ein individueller Prozess, der bei jedem anders verläuft. Da hilft es nur, nachzufragen, wenn man Veränderungen am Verhalten eines Menschen bemerkt, ihn ernst zu nehmen und darauf zu achten, was er braucht“, gab Gudrun Brehm den Gästen mit auf den Weg.

 

Text und Foto: Caritas / Friederike Jung

Copyright: © caritas  2019