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Stand: 20.01.2017

Pressemitteilung

„Sport hält Körper und Geist fit“

Elisabeth Poskaitis mit Bewohnern bei Gymnastik

Sie hat den Begriff Treue mit Inhalt gefüllt und fast vier Jahrzehnte lang Gymnastikkurse für Senioren im Caritas-Altenzentrum St. Hedwig Kaiserslautern gegeben  - mit Engagement, Humor und Freude. Nun musste Elisabeth Poskaitis ihr Ehrenamt gesundheitsbedingt aufgeben. Ein Abschied, der nicht nur ihr schwer fällt.

„Sport hält Körper und Geist fit“, sagt Elisabeth Poskaitis. Sie muss es wissen, schließlich leitete sie die Seniorengymnastik für die Bewohner von St. Hedwig nahezu 37 Jahre lang. Eine Zeitspanne, die ebenso viel Bewunderung abverlangt wie ihr Alter. Im Spätherbst wird sie 87. Das will man ihr kaum abnehmen. Darüber kann die gebürtige Litauerin nur schmunzeln. Als Jüngerin von Turnvater Jahn hat sie schon etwas für ihren Körper getan, als Gehen noch lange nicht Walking hieß und Skistöcke allein der Piste vorbehalten waren.  „Mich sportlich zu betätigen gehört seit Kinderzeiten zu meinem Leben“, bringt sie es auf den Punkt. 

Auch als die Kriegswirren sie aus der Heimat vertreiben und in die Pfalz bringen, bleibt sie dem Sport treu. Zuerst als Mitglied im Turn- und Fechtclub Kaiserslautern, der heute Trend- und Fun-Club heißt, dann als Übungsleiterin für Frauen und Kindergymnastik. „Etwas später und nach einer entsprechenden Ausbildung beim Sportbund habe ich auch noch Kurse für Senioren abgehalten.“ Die bringen sie 1980 ins Caritas Altenzentrum St. Hedwig, wo sie ehrenamtlich Sitzgymnastik für die Bewohner anbot. „Zu der Zeit hatte man angefangen, ältere Menschen zu mobilisieren“, erinnert sich Volker Werle, der zeitgleich ins Haus kam und lange Zeit Leiter war: „Allerdings setzte man damals auf reine Körperertüchtigung, heute stehen Aufbauübungen im Vordergrund.“ Elisabeth Poskaitis hat mit der Entwicklung Schritt gehalten und die nötigen Lehrgänge absolviert, um die Lizenz als Übungsleiterin regelmäßig verlängern zu können. 

Abschied von Elisabeth Poskaitis

Den Kursen habe sie ihre ganz persönliche Handschrift verliehen, bestätigt Jutta Asal- von Wuthenau, seit vier Jahren Leiterin des Hauses. „Die Teilnehmer haben sie jeden Donnerstag schon sehnsüchtig erwartet.“ Ganz sicher, weil der Kursleiterin die Atmosphäre mindestens so wichtig war die richtige Anleitung. „Die Leute sollten Spaß an der Sache haben. Und das geht nur, wenn man nicht auf Leistung setzt, sondern jeden nach seinen Möglichkeiten mitmachen lässt. Spielerisch die Grenzen auszuloten, ohne Musik, aber mit Gesang und viel Humor, das war meine Devise.“ Ihrem Konzept ist sie über die Jahre ebenso treu geblieben wie dem Altenzentrum selbst. Zu einer festen Instanz im Haus geworden, übernahm sie auch schon mal bei Festen die Moderation und trug mit einstudierten Tänzen zum Programm bei. 

Von all dem musste sie sich nun trennen. Denn die Folgen einer Gürtelrose zwingen sie dazu, kürzer zu treten. „Ich komme immer noch schnell aus der Puste und muss mit meinen Kräften haushalten.“ Als eine Frau der Tatkraft fällt ihr das nicht leicht. „Außerdem fehlen mir die Kurse und vor allem die Menschen sehr.“ 

Anfang September wird Elisabeth Poskaitis offiziell im Altenzentrum St. Hedwig verabschiedet, „inklusive einer Überraschungsparty“, verrät Asal- von Wuthenau, und ihr Vorgänger hatte schon jetzt ein originelles Dankeschön parat. Ein eigens angefertigtes Gitterrätsel, dessen Begriffe Auskunft über die Charakterstärken von Elisabeth Poskaitis geben. Eine lange Liste, die mit den Attributen zuverlässig, aufmerksam, humorvoll, konsequent, sozial und beständig noch lange nicht erschöpft ist. Konsequent ist auch der Rückzug der 86-Jährigen: „Denn halbe Sachen mag ich nicht.“ Bleibt die Erinnerung an die aktiven Jahre in St. Hedwig, aber auch die Option, „mal als Urlaubsvertretung einzuspringen, wenn ich wieder auf den Beinen bin.“ 

Bildinfos:
Hat Spaß an der Bewegung vermittelt: Elisabeth Poskaitis (links) und zwei Bewohner vom Caritas-Altenzentrum St. Hedwig in Kaiserslautern.

Abschied von St. Hedwig: Elisabeth Poskaitis (Mitte) wird von der jetzigen Leiterin Jutta Asal- von Wuthenau und dem vorherigen Leiter Volker Werle verabschiedet. 

Herausgegeben vom Caritasverband für die Diözese Speyer / Text und Fotos: Friederike Jung

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