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Stand: 20.01.2017

Pressemitteilung

„Die Kunst ist eine Vermittlerin des Unaussprechlichen“

Vernissage 1

Das Caritas-Altenzentrum St. Hedwig Kaiserslautern ist ein Ort, an dem die Ausstellung gut aufgehoben ist. Denn sie korrespondiert mit einer Vortragsreihe, deren Inhalte sich mit dem Menschen im letzten Abschnitt seiner Existenz beschäftigen. Wie das Leben eines jeden, so erzählen auch die Werke der Künstlerin von Wegstrecken, vom Finden, Suchen und Loslassen.

Die „Lebens-Himmelsleiter“ strebt auf der Leinwand steil nach oben, mal über eineinhalb Meter im Hochformat, mal im Quadrat. Das „Leiter-Fragment“ scheint sich seinem Titel gemäß in der Vertikalen aufzulösen. Daneben machen „Weg- und Schuh-Spuren“ auf sich aufmerksam. Zusammen mit der Frage „Was bleibt?“ So ernst und beunruhigend diese auch sein mag, lässt sie doch Raum für Hoffnung. So wie Bordeauxrot warme Akzente inmitten der Schwarz- und Grautöne setzt. Ein Farbtrio, das in der Ausstellung nuancenreich den Ton angibt.

Vernissage 2

„Ein Altenheim und seine Netzwerkpartner befassen sich mit Themen, mit denen wir alle uns schwer tun. Gerade deshalb wollen wir uns gemeinsam auf den Weg machen, um Impulse für uns selbst und unsere Endlichkeit zu bekommen“, eröffnete Einrichtungsleiterin Jutta Asal-von Wuthenau die Vernissage. „Wir freuen uns, dass die eindringlichen Bilder von Anne-Marie Sprenger unsere Vortragreihe „Abschied gestalten, begleiten, leben“ umrahmen.“

Einen Einblick in den Werdegang und Schaffen der Künstlerin gab Michael Geib, Direktor des „Dokumentations- und Ausstellungszentrums zur Geschichte der US-Amerikaner in Rheinland-Pfalz“, Ramstein. „Die Kunst ist eine Vermittlerin des Unaussprechlichen“, hielt er es mit Goethe. Eine Vermittlerin will auch Anne-Marie Sprenger sein. „Dafür hat sie viel getan. In Herxheim geboren, studierte sie Bildende Kunst und Kunstgeschichte, bildete sich bei Professor Markus Lüperts, einem der großen deutschen bildenden Künstler unserer Zeit, weiter“, erläuterte Geib den Hintergrund der Künstlerin.  Für ihren Erfolg spreche die Liste ihrer Ausstellungen, ebenso wie die der Auszeichnungen. „Nebenher engagiert sie sich als zweite Vorsitzende im Berufsverband Bildender Künstler Rheinland-Pfalz“, sagte Geib, bevor er auf ein zentrales Motiv ihrer Bilder einging.

„Schuhe haben kulturhistorische Bedeutung. Sie begleiten und bekleiden die Menschen seit 40 000 Jahren.“ Um die Füße zu schützen, lange Zeit als Zeichen von Wohlstand, heute oft modische Accessoires. „Aber Schuhe haben auch Symbolkraft. Sie können vom Leben ihres Trägers oder ihrer Trägerin erzählen. Anne-Marie Sprenger greift diese Themen auf. Da finden sich Pumps, die vor einer Wand stehen und mit ihr verschwimmen. Auf einem anderen Bild ist der Schuh nur die Projektion von etwas anderem. Doch von was? Von der Trägerin?“

Die Antworten überließ der Laudator den Gästen. Als Anreiz, sich selbst ein Bild zu machen und dabei an die Worte von Paul Klee zu denken: „Kunst gibt nicht das Sichtbare wieder, sondern macht sichtbar.“ Anne-Marie Sprenger möchte die Spuren sichtbar machen, die Schuhe hinterlassen. „Schuhe sind Zeugen gegangener Wege und verdeutlichen die Vergänglichkeit des Lebens.“ Sie erzählen von Erinnerungen, besonderen Momenten und Lebenssituationen. „Die Geschichten sind so unterschiedlich, dass ich angefangen habe, sie zu sammeln“, sagte die Künstlerin und ließ das Publikum an einigen teilhaben. Eine weitere Botschaft, Schuhe aus der Selbstverständlichkeit zu erheben und sie als Zeitzeugen bestimmter Lebensabschnitte zu betrachten.

Herausgegeben vom Caritasverband für die Diözese Speyer
Text und Fotos: Friederike Jung 
 

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