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Stand: 20.01.2017

Pressemitteilung

„Balsam für die Seele“

Bläser vom Kolpingorchester spielen im Garten von St. Hedwig, im Hintergrund auf den Balkonen lauschen die Bewohner.Am Pfingstsonntag zu Gast beim Gartenzaunkonzert in St. Hedwig: Das Musikertrio des Kolpingblasorchesters bestand aus von links Jonas Tebuckhorst und sein Vater Richard sowie Jan Rutter. Friederike Jung / Caritasverband für die Diözese Speyer

Auch wenn es in Zeiten von Corona Einschränkungen gibt: Eintönigkeit und Niedergeschlagenheit haben im Kaiserslauterer Caritas-Altenzentrum St. Hedwig keine Chance. Dafür sorgen die Mitarbeitenden und viele Ehrenamtliche. Mit Ideenreichtum und Engagement versüßen sie den Bewohnerinnen und Bewohnern die Zeit der Einschränkungen.

"Die kleine Kneipe in unserer Straße" - Trompeten lassen die Klänge des Dauerbrenners von Udo Jürgens durch die Leipziger Straße wehen. Es ist Pfingstsonntag und Zeit für ein Ständchen. Das ist seit gut zwei Monaten zu einer geliebten Tradition geworden. An Sonn- und Feiertagen geben Musiker pünktlich um 10.30 Uhr ein Konzert. Im Garten von St. Hedwig und in sicherer Distanz zu den Bewohnern und Bewohnerinnen, die sich auf den Balkonen und der Terrasse versammelt haben. An diesem Tag liegt die musikalische Kurzweil in den Händen eines Trios des Kolpingblasorchesters Kaiserslautern, das mit Trompeten, Euphonium, Flügelhorn und technischem Gerät angerückt ist. 

"Wir spielen hier bereits zum dritten Mal, und es macht uns großen Spaß", sagt Jan Rutter vom Kolpingblasorchester. Als Ministrant in der Pfarrei Heilig Kreuz ist er mit dem Quartier bestens vertraut.  Das Repertoire haben die drei ihrem Publikum angepasst: "Wir geben hier in erster Linie Lieder, die die ältere Generation kennt." Und so lässt der 22-Jährige zusammen mit Richard Tebuckhorst und dessen Sohn Jonas ein Gospelmedley erklingen, gefolgt von Oldies bekannter Interpreten. Auch Wünsche werden gern entgegengenommen. Die Stimmung steigt, es wird geklatscht und gewunken. Wer kann, wippt im Rhythmus mit. Auch auf dem Gehweg haben sich Zuhörer eingefunden, angelockt von der Musik, die gut eine Stunde in der Luft liegt.

Auf dem Gehweg vor dem Altenzentrum am Gartenzaun stehen Zuhörer, die aus dem Quartier kommen und ebenfalls der Musik lauschen. Die Gartenzaunkonzerte wie jetzt am Pfingstsonntag finden auch Zuhörer aus dem Quartier, die vorbeikommen und sich ebenfalls an der Musik erfreuen. Friederike Jung / Caritasverband für die Diözese Speyer

Der Applaus zum Schluss ist dem Trio Lohn genug. "Wir freuen uns, wenn es den Leuten gefällt und sind bestimmt nicht zum letzten Mal hier", versichert Jan Rutter. Das hoffen auch die Senioren. Denn: "Das war wieder Balsam für die Seele", meint eine Bewohnerin. "Genau das möchten wir mit unseren Veranstaltungen erreichen", sagt Einrichtungsleiterin Jutta Asal von Wuthenau. "Die Menschen in unserem Haus müssen durch die Corona-bedingten Einschränkungen auf vieles verzichten. Deshalb tun wir alles, um ihnen etwas zu bieten und diese Zeit zu erleichtern. Damit wehren wir uns gegen das Stigma, dass die Menschen in Seniorenheimen vereinsamen." 

Dafür sorgen Hoffnungsbänder, die auf ganz unterschiedliche Weise geknüpft werden.  Am Handgelenk von Bewohnern und Mitarbeitern kommen sie als baumwollenes  Freundschafts-Hoffnungsband daher. Am Zaun wehen sie in Form von Fotos, Zeichnungen und Postkarten - Grüße an und von der Außenwelt.

Seit dem 23. März findet jeden Morgen ein Hoffnungsimpuls in der Kirche Heilig Kreuz statt. Damit ihn die Bewohner verfolgen können, wird er über den hauseigenen Kirchenkanal in die Zimmer und Wohnbereiche übertragen. An der Aktion, die zusammen mit  dem Diakon Werner Gehrlein organisiert wird, nehmen die Mitarbeitenden von St. Hedwig und etwa 25 Ehrenamtliche teil. "Auch die Bewohner sind eingebunden und können Texte aussuchen, die dann vorgelesen werden."  

Für besondere Höhepunkte haben nicht nur ein Cocktailnachmittag und eine Modenschau gesorgt, sondern auch eine hausinterne Maikerwe - stilgerecht mit Schaumküssen, Popcorn und Kerwerede. Mit speziellen T-Shirts ausgestattet gaben Mitarbeitende die Straußjugend und selbst das Kerwegretchen fehlte nicht. Das Jahrmarktfeeling rundete die Kirmesorgel des Schaustellerverbandes Barbarossa-Pfalz-Saar ab. Ein musikalisches Erlebnis, das die Gartenzaunkonzerte auch künftig fortsetzen. Neben Mitgliedern des Kolpingblasorchester haben unter anderen  der Kaiserslauterer Sänger und Gitarrist Stefan Flesch und die USAFE-Band - das Stabsmusikkorps der US-Luftstreitkräfte in Europa, das auf der Airbase Ramstein stationiert ist - ein Sonntagsständchen gebracht.

Diese Beiträge sind allesamt Zeichen der Verbundenheit in einer schwierigen Zeit - zwischen den Mitarbeitenden von St. Hedwig, den Bewohnern und all den Ehrenamtlichen, die zusammen Bänder der Hoffnung knüpfen. Eine Hoffnung hat sich schon erfüllt. "Ein Besucherzelt ermöglicht die Begegnung mit Angehörigen, nach vorheriger Anmeldung und mit den entsprechenden Schutzmaßnahmen", sagt Jutta Asal von Wuthenau.

Text und Fotos: Friederike Jung für den Caritasverband für die Diözese Speyer

 

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